Das Leid von Johannes von Nepomuk und die Legende der Zungenreliquie

Das Leid von Johannes von Nepomuk und die Legende der Zungenreliquie
Als König Wenzel wissen wollte, welche Sünden seine Frau begangen hatte, verweigerte Johannes von Nepomuk standhaft den Bruch des Beichtgeheimnisses.
Zusammen mit einem Offizial und dem Propst von Meißen wurde Johannes von Nepomuk von König Wenzel gefangen genommen. Wenzel ließ Johannes grausam foltern und misshandeln. Der König vergaß sich in seinem rasenden Zorn schließlich vollkommen und griff selber zu den Pechfackeln, mit denen er den Körper von Johannes Nepomuk brannte. Danach wurde der mutige Priester durch sie Straßen Prags gezerrt. Als die Karlsbrücke Brücke erreicht war wurde Nepomuk an Händen und Füßen gefesselt und von der Karlsbrücke in die Moldau gestoßen.
Bis heute ist nicht genau geklärt, weshalb König Wenzel Johannes Nepomuk ermorden ließ. Um den Tod des Priesters hat sich jedoch eine Legende entwickelt, die zu den
bekanntesten überhaupt gehört. Danach war Johannes Nepomuk der Beichtvater von Wenzels Ehefrau, Königin Johanna. Wenzel versuchte, wohl zur Rechtfertigung seiner eigenen ehelichen Verfehlungen, von Johannes Beichtgeständinsse zu erpressen. Der Priester jedoch berief sich mutig, die drohende Gefahr sehr wohl ahnend, auf das Beichtgeheimnis und verweigerte jegliche Auskunft. Dies soll Wenzel so wütend gemacht haben, dass er die Ermordung von Johannes Nepomuk beschloss. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass König Wenzel den verhassten Generalvikar töten ließ, weil er seine ständigen Einmischungen in kirchliche
Angelegenheiten nicht fallen ließ und sich
Entscheidungen widersetzte.
Eine rote Marmorplatte bei der Prager Karlsbrücke zeigt bis zum heutigen Tag an, wo Johannes Nepomuk in die Moldau gestürzt worden sein soll. Sofort nach seinem Tod setzte in Prag und weit darüber hinaus eine starke Verehrung für den Märtyrer ein. Sein Grab im Prager Veitsdom wurde zum Ziel vieler Gläubiger. Als man im Jahr 1719 die Grabstätte öffnete, fand man die Zunge von
Johannes Nepomuk unverwest vor. Noch heute steht die Zunge des heiligen Nepomuk für das Beichtgeheimnis Heute ruhen die Gebeine des Heiligen in einem schönen silbernen Reliquienschrein.
Bild: Andreas Praefcke
 
 
 
 
_____________________________________