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Das Jesuskreuz beim Valeriehaus

  

Das Jesuskreuz beim Valeriehaus
 
Herr  Peter S. aus Salzburg schreibt mir folgende Geschichte
 
 
1945 ging der 2. Weltkrieg endlich zu Ende. Ich war mit meinen 14 Jahren schon Melder und FLAK-Helfer. Unfassbares musste ich mit meinen jungen Jahren schon ertragen. Die Fratze des Krieges zeigte sich mir schon sehr früh. Meine älteren Brüder waren von der Ostfront nicht mehr heimgekehrt und meine verzweifelten Eltern wollten auch mir dieses Schicksal ersparen. Heldentod? Wofür? Alles war verloren und schon seit mehreren Jahren hoffte man auf Frieden in Österreich.
Die Amerikaner standen vor Salzburg und man wusste noch nicht wie es weiterging. Viele Unwahrheiten wurden von der NS- Propaganda über die fremden Truppen verbreitet, so das Angst und Schrecken herrschte. Eines Nachts weckte mich mein Vater und schickte mich von Bad Hofgastein zum Valeriehaus am Nassfeld. Ein beschwerlicher Weg und nicht ohne Gefahren. Ich sollte mich so lange beim Valeriehaus aufhalten bis über das Schicksal vom Salzburgerland Klarheit herrschte. Dann wollte mich mein Vater abholen. Ich wurde von meinem Vater mit ziviler Kleidung ausgerüstet und bekam einen Rucksack mit Verpflegung mit. Meine Mutter wusste von dem Vorhaben meines Vaters nichts. Sie wäre auch sicherlich dagegen gewesen. Ich den frühen Morgenstunden ging es dann los. Über geheime Pfade die ich aus meiner Kindheit kannte. Vorbei an der patrolierenden Feldgendarmerie und gedeckt gegen Einsicht von Tieffliegern. Auch vor einheimischen Fanatikern musste man sich in Acht nehmen. Nicht jeder war einem wohlgesonnen.
Als es hell wurde brach ein starkes Gewitter los. Ich kann mich heute noch gut erinnern. Jedes Donnern ließ mich zusammenzucken. Zu gut kannte ich diese Geräusche aus der Zeit die ich im Luftschutzbunker verbrachte. Beim Aufstieg zum Valeriehaus, dass ich von vielen Wanderungen aus meiner Kindheit kannte, rutschte ich auf dem regennassen Pfad aus und rollte über eine Böschung. Ich schlug mit meinem Kopf hart auf und lag einige Zeit benommen im Schlamm. Da bemerkte ich, dass ich meinen Rucksack verloren hatten. Welch ein Unglück. Wie sollte ich mich jetzt verpflegen bis mich mein Vater abholt. Ich suchte überall nach meinem Rucksack konnte ihn aber nicht finden. In meiner Verzweiflung begann ich zu beten.
Um das Unheil perfekt zu machen senkte sich eine dicke Nebelwand über das Nassfeld. Ich war absolut orientierungslos. Irgendwie bin ich dann weitergestolpert. Da tauchte aus dem Nebel ein Marterl auf. Ich erkannte es als Jesuskreuz beim Valeriehaus. Durchnässt kauerte ich mich am Kreuz zusammen und begann zu beten.
Da passierte das Wunder. Der Nebel verzog sich und es hörte auf zu regnen. Ich stand auf und konnte in der Ferne das von mir gesuchte Valeriehaus sehen. Da wurde mir ganz warm ums Herz. Ein Gefühl wie ich es nie mehr erleben durfte. Ich kann mich heute noch gut daran erinnern. Ob das alles Gottes Wille war kann ich nicht sagen aber seit diesem Erlebnis lebte ich das Leben eines gläubigen Christen. Am Nachmittag kamen noch einige Menschen am Valeriehaus an. Unter ihnen befand sich eine alte Frau die meinen Rucksack dabei hatte. Sie hatte ihn neben dem Weg gefunden. Wieder ein Wunder. Auch unser Salzburger Land blieb von den Alliierten Truppen größtenteils verschont. Schon nach wenigen Tagen konnte ich meinen Vater wieder in meine Arme schließen.
Ich schicke ihnen ein Bild mit . Auf diesem wird das Kreuz und das Valeriehaus zu Kriegszeiten gezeigt.
Danke ,dass sie mir ihre Aufmerksamkeit schenkten. Danke für ihre Internetseite. Sie haben bei meinen Bekannten schon eine große Fangemeinde.
Alles Liebe,
Mit freundlichen Grüßen S.
 
 
 
Bilder: Peter S.
Geschichte: Peter S.
Deutscher Lektor: Rene T.
 
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