Zur Geschichte

Devotionalien (Wallfahrtsmedaillen, Pilgeranhänger, Heiligenanhänger und Kreuze).

Jeder kennt sie und viele besitzen sie. Wallfahrtsmedaillen, Pilgeranhänger, Heiligenanhänger und Kreuze. Warum gibt es eigentlich Pilgerzeichen? Eine gute Frage. Als Urvater der Pilgerei sehe ich Abraham. Das Pilgern taucht in der Bibel im AT auf.Gott ruft Abraham aus seinen alten Gewohnten heraus: »Zieh fort aus deiner Heimat in das Land, das ich dir zeigen werde.« So wird Abraham zum Urvater der Pilger. Die Pilgerei wurde im frühen Mittelalter (ca. 6tes Jahrhundert) dann vom Judentum komplett ins Christentum übernommen. Die Juden pilgerten schon viel früher nach Jerusalem.

Die Christen bereisten aber im Gegensatz zu den Juden viele verschiedene christliche Stätten. Zuerst waren es Plätze an denen es Reliquien gab. In der Neuzeit zogen die Wallfahrer eher zu Plätzen mit heiligen Erscheinungen. Auf diesen Reisen spielten diese heiligen Anhänger in ihren verschiedenen Größen, verschiedenen Materialien, Formen und Ösen für die Gläubigen eine große Rolle. Zuerst war die Wallfahrt für die gläubigen Christen eine Buße aber ab Ende des Mittelalters galt sie als Glaubenszeugnis. Man muss sich vorstellen, dass zu dieser Zeit ein weiter Weg mit großen Strapazen und Entbehrungen verbunden war Oft waren die Gläubigen Monate unter gefährlichsten Umständen unterwegs.

Die Pilger waren nur mit Umhang, Pilgerstab und Trinkflasche ausgerüstet. Je nach Stand welchen der Pilger bekleidete, reiste er alleine und musste sich als Gelegenheitsarbeiter durchschlagen oder er reiste mit Gefolge und nächtigte bequem in Unterkünften.

Der typische Pilger des 17/18 JahrhundertsEines hatten sie aber alle gemeinsam .Die Pilgeranhänger. Mit diesen Medaillen wurde von der Wallfahrt ein Stück Heiligkeit in die eigenen vier Wände mitgebracht. Sie sollten die Träger und Angehörige vor Krankheiten schützen oder zb. für eine gute Ernte sorgen. In den Jahrhunderten passten sich die Darstellungen auf den Pilgern an bestimmte Ereignisse an.

Die Darstellung der Kreuzigungsgruppe

Wenn es z.B eine Seuche wie die Pest gab, wurden verstärkt Bannsprüche verwendet. Der heilige Benedikt, welcher ja oft gefunden wird, war favorisiert für Pest und alles was mit Hexen zu tun hat, sowie alle teuflischen Dinge und noch so manch andere Krankheit.
Dürreperioden riefen alltägliche Heilige und Schutzpatrone auf den Plan und die Pilger wurden dann am Feld vergraben. So erhoffte man sich eine bessere Ernte. Ein neuer Papst wurde gewählt oder es kam zu Heiligsprechungen. In neuerer Zeit waren es die Marienerscheinungen. All diese Dinge prägten in den Jahrhunderten die Pilgerzeichen und helfen heute ihren Findern beim zeitlichen Einordnen bzw. Bestimmen.

Die Kirche erkannte aber auch bald den wirtschaftlichen Faktor von Wallfahrten. Ab dem 17ten Jahrhundert lebten ganze Industriezweige vom herstellen der Pilgeranhänger.Wurden sie im Mittelalter noch von Mönchen in geringen Stückzahlen hergestellt, so gab es im 17ten und 18ten Jahrhundert schon Handwerksbetriebe, welche das übernahmen. Fahrende Händler brachten die heilige Ware dann unter das Volk. Im 19ten Jahrhundert zur Zeit des industriellen Aufschwungs, gab es sogar Devotionalien - Fabriken. Auch der Pilger selbst kurbelte auf seiner Reise die Wirtschaft an. Er musste verpflegt werden, brauchte Kleidung oder bot seine Arbeitskraft an.

Ich möchte euch mit meiner Homepage einen kleinen Einblick in die Vielfalt der Heiligenanhänger geben. Vieleicht könnt ihr ja anhand meiner Beiträge das ein oder andere Rätsel lösen.