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Julia und der heilige Sebastian

Hallo!
Ich bin eigentlich weder besonders gläubig, noch habe ich mich bisher für Wallfahrtsmedaillen interessiert, aber ich besaß einen Heiligenanhänger, der mir sehr am Herzen lag. Von ihm würde ich euch gerne erzählen.
Der Heiligenanhänger wurde mir im März 2013 von meiner Mutter gegeben, am Tag vor einer Operation, bei der festgestellt werden sollte, ob meine geschwollenen Lymphknoten auf Krebs hinweisen. Ich war 21 Jahre alt und meine Mutter erzählte mir, dass ihre Mutter ihn mal aus der Schweiz mitgebracht und ihr geschenkt hatte, als sie eine schwere Blutvergiftung hatte. Nun sollte der Heiligenanhänger mir Glück bringen. Es stellte sich heraus, dass ich Lymphdrüsenkrebs im Stadium IV hatte, denn auch die Milz und die Lunge waren schon betroffen und die geschwollenen Lymphdrüsen drohten, die Aorta abzudrücken. Hätte man dies nicht erkannt, wäre ich wahrscheinlich bereits einen Monat später gestorben. Wenige Tage nach der Diagnose begann die Chemotherapie. Die Krebsdiagnose konnte damit auch der Heiligenanhänger nicht verhindern. Allerdings war er immer ein Zeichen dafür, wie sehr meine Familie mich unterstützt und zu mir hält. Die Chemotherapie habe ich auch sehr gut vertragen, ich bin in der Zeit sogar weiter zu Uni gegangen und heute, 4 Jahre nach der Diagnose, geht es mir immer noch sehr gut. Während der ganzen Zeit habe ich den Heiligenanhänger an einem Lederband um mein Handgelenk getragen, bis er mir leider nach fast 2 Jahren abhandenkam. Das bedaure ich wirklich sehr.
Ich habe lange Zeit im Internet nach einem ähnlichen Anhänger gesucht, aber ich wusste nicht einmal, welcher Heiliger abgebildet war. Ich schrieb dann vor einigen Wochen Robert, den Betreiber dieser Homepage. Er konnte mir sagen, dass es sich bei dem Mann auf meinem Anhänger um den heiligen Sebastian handelt, der eine Pfeilspitze und Palmwedel hochhält. Der heilige Sebastian sollte wegen seines Glaubens von Bogenschützen erschossen werden. Allerdings war er nur schwer verwundet und die heilige Irene pflegte ihn wieder gesund. Letztendlich wurde er dann aber ein zweites Mal hingerichtet. Robert erklärte mir, dass die Pfeile auch eine heranschwirrende Krankheit symbolisieren können, die nicht direkt tödlich verläuft. Deshalb ist der heilige Sebastian auch der Patron der Sterbenden und der Pestkranken. Und was damals die Pest ist, ist heute teilweise der Krebs. Der Palmwedel hingegen ist das Zeichen des Sieges. Abgesehen von der familiären Geschichte passt der Anhänger also auch von der Bedeutung her sehr gut zu meiner Situation. Umso mehr bedauere ich es, dass ich ihn verloren habe.
Laut Robert handelt es sich bei diesem Anhänger um ein italienisches Fabrikat, das so nicht mehr hergestellt wird. Und auch wenn er mehr als 15 000 Medaillen besitzt, so ist diese leider nicht darunter. Auf heutigen Medaillen wird der heilige Sebastian meistens viel leidendender und von Pfeilen durchlöchert dargestellt. Dabei hat mir gerade die friedliche und ruhige Stärke Sebastians auf meiner Medaille gut gefallen. Um diese Medaille beim Silberschmied nachmachen zu lassen, fehlt mir allerdings momentan als Berufsanfänger noch das Geld. Deshalb, falls dies jemand liest und zuhause eine solche Medaille hat, die für ihn keinen so großen Wert besitzt: Ich wäre sehr froh, wenn du dich mit mir in Kontakt setzen könntest! Meine mail- Adresse sowie Bilder des Anhängers bekommst du über den Robert.
Ich wünsche euch allen viel Gesundheit, einen starken familiären Zusammenhalt und viel Freude am Leben!
Liebe Grüße
Julia
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bilder: Julia B.
Geschichte: Julia B.
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